Liebe Leserin, lieber Leser

Kennen Sie das? Einzelne Kinder, mit denen Sie alltäglich in Kontakt stehen, haben Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen, sind häufig unaufmerksam, traurig, ängstlich, unruhig oder stören den Unterricht? Sie suchen wie wir nach Möglichkeiten, wie diesen Kindern geholfen und ihnen das Lernen erleichtert werden kann?

Hintergrund

Als multidisziplinäres Forschungsteam untersuchen wir, wie Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechnen wirksam gefördert werden können. Wir nutzen dabei an unseren Standorten entwickelte Förderprogramme, die das Lesen und Rechnen von Kindern mit Lernschwierigkeiten in anderen Studien stark verbessern konnten.

Da schulische Schwierigkeiten jedoch häufig auch in Kombination mit Schwierigkeiten im Verhalten oder mit emotionalen Belastungen auftreten (beschrieben z. B. in der Studie von Fischbach et al., 2010) werden auch in diesem Bereich Fördermaßnahmen eingesetzt, deren Bestandteile empirisch erforscht sind. Bisher fehlen allerdings wissenschaftliche Erkenntnisse, wie man Kinder mit dieser Doppelbelastung effektiv fördern kann.

Ziel

Wir richten den Blick auf das ganze Kind. Dafür ist die individuelle Berücksichtigung emotionaler Belastungen und Verhaltensschwierigkeiten wichtig. Wir möchten Möglichkeiten finden, wie die Kinder, ihre Lehrkräfte und Eltern, im Umgang mit der Doppelbelastung geschult und unterstützt werden können. Dadurch sollen die Lese- und Rechenleistungen der Kinder verbessert, die emotionalen Probleme und Verhaltensschwierigkeiten reduziert sowie das gesamte Lernklima in der Klasse verbessert werden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, um eine Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus diesem Projekt zu gewährleisten.

Nutzen für teilnehmenden Lehrkräfte und Schulen

Studiendurchführung

Die Studie startet zu Beginn des 3. Schuljahrs mit der Feststellung des Lernstandes in Bezug auf die Lese-Rechtschreib- und Rechenleistung aller Kinder der teilnehmenden Klassen. Zeigen einzelne Kinder im Lesen oder Rechnen Schwierigkeiten, werden wir ihre Lehrkräfte und Eltern um eine kurze Verhaltensbeurteilung bitten. Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen oder Rechnen, für die auf Grund der Verhaltensbeurteilung emotionale Probleme oder Verhaltensschwierigkeiten zu vermuten sind, schließen wir in unsere Studie ein. Sie erhalten im zweiten Halbjahr eine PC-/Online-Förderung, die das individuelle Leistungsprofil des Lernenden berücksichtigt. Zudem erhält eine Teilgruppe der Kinder eine kooperative Förderung ihres Verhaltens in Schule und Elternhaus. Die Teilnahmemöglichkeiten für die Studie bestehen in Berlin-Brandenburg, München sowie Wuppertal. Die Links zu den einzelnen Standorten beinhalten jeweils auch den Zeitplan, da sich der Projektbeginn zwischen den Standorten unterscheidet. Informieren Sie sich gern.

Weitere Informationen

Zum kombinierten Auftreten von emotional-sozialen Schwierigkeiten und Rechen-/Leseschwierigkeiten

Bos, C. S. & Vaughn, S. (2006). Strategies for Teaching Students with Learning and Behavior Problems. Boston: Pearson.

Fischbach, A., Schuchardt, K., Mähler, C. & Hasselhorn, M. (2010). Zeigen Kinder mit schulischen Minderleistungen sozio-emotionale Auffälligkeiten? Erschienen in: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 42, 201–210.

Kohn, J., Wyschkon, A. & Esser, G. (2013). Psychische Auffälligkeiten bei Umschriebenen Entwicklungsstörungen: Gibt es Unterschiede zwischen Lese-Rechtschreib- und Rechenstörungen? Erschienen in: Lernen und Lernstörungen, 2, 7 – 20.

Linderkamp, F. & Grünke, M. (2007). Lern-und Verhaltensstörungen: Klassifikation, Prävalenz & Prognostik. Lern-und Verhaltensstörungen. Genese-Diagnostik-Intervention (S. 14-28). Weinheim und Basel: Beltz.

Ricking, H. (2005). Der „Overlap“ von Lern- und Verhaltensstörungen. Erschienen in: Sonderpädagogik, 35, 235-248.

Zum Zentralprojekt LONDI (Lernstörungen ONlineplattform für Diagnostik und Intervention)

Projektseite LONDI